Der Kreis, der atmet

Ein orangefarbenes Oval öffnet sich im Wasser, ein vollkommener Mund in einer unruhigen Fläche aus Grün. Ringsum zittert die Oberfläche und biegt das Licht zu sanften Spiralen.

Ein orangefarbener Koi öffnet sein Maul an der Wasseroberfläche

Ein orangefarbenes Oval öffnet sich im Wasser, ein vollkommener Mund in einer unruhigen Fläche aus Grün. Ringsum zittert die Oberfläche und biegt das Licht zu sanften Spiralen. Man kann es beinahe hören — das Einziehen der Luft, den kleinen Sog, der vom Leben unmittelbar darunter zeugt.

Die Farbe ist zu leuchtend, um ganz der Natur anzugehören: Orange brennt durch Schwarz, ein Aufflammen durchbricht den dunklen Spiegel des Teichs. Kleine Wellen breiten sich aus wie die Zeit, lösen sich an den Rändern auf und hinterlassen nur Schimmern und Unschärfe. Was eben noch stilles Wasser war, wird zu einer lebendigen Haut, die sich dehnt und wieder zusammenzieht.

Wer lange genug hinsieht, sieht den Fisch verschwinden. Was bleibt, ist Bewegung — Atem, der durch einen Kreis aus Helligkeit eingesogen wird, Wasser, das sich als Antwort neu formt. Es ist keine Studie des Tieres, sondern dessen, was es in Unruhe versetzt — eine flüchtige Geometrie des Lebens, das auf Luft trifft.

In der Ausstellung Werk 158 von 363

Anderem Leben begegnen

Am Teich

Bevor wir die Welt erklären

Dieses Foto in der Ausstellung ansehen