Die Stille des gespiegelten Feuers
Licht durchschneidet die Dunkelheit in einer senkrechten Bahn. Die Sonne — hoch, ungestüm, klar umrissen — wirft ihre Gestalt über das Wasser und zeichnet darin einen Spiegelpfad aus geschmolzenem Gold.

Licht durchschneidet die Dunkelheit in einer senkrechten Bahn. Die Sonne — hoch, ungestüm, klar umrissen — wirft ihre Gestalt über das Wasser und zeichnet darin einen Spiegelpfad aus geschmolzenem Gold. Jede kleine Welle biegt ihn, bricht ihn und setzt ihn wieder neu zusammen. Das Leuchten zittert, doch es verblasst nie.
Ringsum ist das Meer reiner Schatten. Der Himmel trägt keine Farbe, nur eine schwache Spur von Ferne. Das Land am äußersten Rand wirkt weniger wirklich als erdacht, ein dunkler Gedanke, der unter dem Licht schwebt.
Was dem Bild Gewicht verleiht, ist seine Zurückhaltung. Keine Wolken, keine Verläufe, kein Übermaß. Nur Licht und das, was ihm widersteht. Die Fotografie verwandelt die Spiegelung in etwas beinahe Architektonisches — ein senkrechtes Rückgrat, das die Bildfläche teilt und das, was oben brennt, mit dem verbindet, was unten Bestand hat. Es ist ein Bild des Gleichgewichts: Strahlender Glanz begegnet der Stille, und die Dunkelheit lernt, ihre Form zu bewahren.
In der Ausstellung Werk 267 von 363
Die Maßstäbe der Zeit
Lücken in den Wolken
Bevor wir die Welt erklären
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