Abendglühen über einem Bergkamm
Schichten aus Orange, Korallenrot und Violett breiten sich am Abendhimmel über einem Bergkamm aus, den eine helle Gestalt mit ausgebreiteten Armen krönt.

Der Himmel wird flüssig, während die Sonne sich zurückzieht. Farbschichten – Orange, Korallenrot, Violett – breiten sich wie ein Atemzug über den Horizont aus. Gegen diese Weichheit steht der Berg unverrückbar, eine einzige, mit Gewissheit gezeichnete Form. Auf seinem Scheitel steht eine helle Gestalt, die Arme weit ausgebreitet, als wollte sie das Licht noch einen Augenblick länger festhalten.
Nichts bewegt sich, und doch wirkt die Fotografie lebendig, erfüllt von Wandel. Die Antennen neben dem Gipfel neigen sich dem Himmel entgegen, schlanke Silhouetten, die sich in das Gespräch zwischen menschlichem Streben und himmlischer Ruhe einfügen. Das Land darunter ist bereits in Dämmerung versunken, doch der obere Rand glüht noch schwach – eine letzte Spur von Wärme, bevor auch sie sich hingibt.
Das Gleichgewicht zwischen Dunkelheit und Glühen bestimmt hier alles. Im Bild liegen Ehrfurcht und Einfachheit zugleich: Das Licht weicht zurück, die Welt nimmt es an. In diesem schmalen Abstand zwischen Helligkeit und Schatten bleibt etwas Stilles bestehen – Glaube vielleicht, oder einfach die Geduld der Erde, die auf die Nacht wartet.
In der Ausstellung Werk 252 von 363
Die Maßstäbe der Zeit
Gegen Ende des Tages
Bevor wir die Welt erklären
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